Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Leber-Kraut.

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Je seltener sie auch umgepflanzt werden, desto stärkerund zahlreicher pflegen sie zu blühen.

Die Gestalt und Farbe der Blätter, wenn sie zuverwelken anfangen, hat den ältern Aerzten Anlaßgegeben, dieser Pflanze besondere Kräfte in den Krank-heiten der Leber zu zuschreiben; von den neuern Aerz-ten aber werden sie nur selten verordnet: doch kannman ihnen eine gelinde zusammenziehende Kraft nichtabsprechen. Ehemahls hielt man das Kraut für eindie erschlafften Eingeweide, besonders die Leber, Nie-ren und Urinblase stärkendes Mittel; auch hält manes wirksam wider Blutharnen und Blutspeyen.Einige, wie Joh. Bauhin meldet, rühmen die Pflanzeals wundheileno, wenn man sie sowohl äusserlich auf-legt, als auch innerlich einnimmt; sie preisen sie auchbey Oarm-Brüchen an, wenn man einen halben Löf-fel voll von di-sem Pulver mit herbem Weine ein,nimmt. Man kocht auch die ganze Pflanze in ebendergleichen Weni, und läßt das Decocl bey Entzünd-ung des Zäpfchens und des HalseS gebrauchen. Tra-gus versichert, daß, wenn man diese Pflanze in Weinkocht und trinkt, dieselbe alsdann die Leber von derVerstopfung befreye, und vornehmlich denen zuträg-lich sey, welche der venerischen Wollust sehr ergebensind, und daß sie, wenn sie aufgelegt wird, die Ent-zündung hebe und die Schmerzen lindere. Ebendiese Kräfte schreibt er dem destillirten Wasser zu.Einige versichern, daß das mit Zucker bereitete Ex-tract bey Brüchen der Kinder sehr dienlich sey. DasRegen-Wasser, in welchem man, z oder 4 Mahlsolche Blätter cohobiret, wird ein« vortrefflicheSchminke, welche, wie Sim. Pauli erzählt, dievornehmen Frauenzimmer, wenn die Sonne sie ver-brannt hat, sehr zu suchen pflegen, um mit der-selben die Haut wieder weiß zu mache». Boer-

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