546 Lebhaftigkeit in Gesellschaften.
beywohnenden Gcschicklichkeit, und trompetete dazu.Die ganze übrige Gesellschaft wurde hierdurch ausge-bracht^ mau hörte nichts als Unzufriedenheit, Ver-weise, Erinnerungen, und ein Gemisch von zänkischenStimmen. Aeolus aber ließ sich hierdurch nicht irremachen, sondern paukte und trompetete fort, wenn ersich verantwortet hatte, und schien gleichsam durch diesekriegerische Musik die Gesellschaft zur Fortsetzung desStreites anfeuern zu wollen. Was diese nicht end-igen konnte, endigte endlich ein anderer Zufall. ESwurde nähmlich von ungefähr ein Ochs vor dem Hausevorbey getrieben, und da dieser nicht ohne Brummenfortschritt, so hörte dieses Aeolus. Aeolus ist einervon denjenigen, die es für einen besondern Vorzugeines Menschen halten, die Stimmen der Thiere nach-ahmen zu können. Er haue also kaum das Brum-men gehört, so fing er an mit dem Ochsen um dieWette zu brummen. Dieses machte die Hunde,welche in dem Zimmer waren , aufrührisch; sie bell-ten. Aeolus hörte auf zu brummen, und fing auchan zu bellen. Die Hunde bellten wieder, und dasGetöse ward so allgemein darüber, daß die Gesell-schaft aus einander gehen mußte; Aeolus aberlachte.
Ich habe dieses Beyspiel angeführt, um denUnterschied des flüchtigen Gesellschafters in An-sehung desjenigen, der eine wahre Lebhaftigkeitbesitzt, etwas sinnlicher zu machen. Es enthalt das-selbe keine zusammengelesene Züge aus vielen beson-dern flüchtigen Charakrern, sondern in der That wirk-liche, und manchen Gesellschaftern ganz besonderseigene, welche aber, wegen des ausserordenrlichenGrades der Flüchtigkeit, die Stelle einer Schilder-ung un Allgemeinen vertreten können. Aeolus hatWirksamkeit genug. Hände, Füße, Knie, Zunge,Lippen, alles ist in Bewegung. Er ist sogar in ei-nem