Band 
Sieben und sechzigster Theil, von Lebens-Art bis Lederz.
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Leer. 675

Leer-Grt, in die Eins fällt. Der Flecken Hat 745Häuser; 4420Einwohner; i reformirreKirche; 1 lu-therische Kirche; eine lateinische Schule; eineansehn,liche katholische und zahlreiche Mennoniten-Gemeine.Unter den Manufakturen und Fabriken zeichnen sichhier folgende aus:

a) Die Leinweberey, welche im I. 1780, von15 Rhedern, auf 216 Stühlen und von eben so vierfert Arbeitern betrieben wurde, welche leztere einförmliches Gilde - Privilegium haben. (Rhedernennt man die Verleger dieser Manufaktur; und dieArbeiter sind Meister, welche auf eigenen Stühlenarbeiten). Ueberhaupt wird hier sehr schöne Leinwandgemacht, die der holländischen an Feinheit und Gütenichts nachgiebt; die Ausfuhre der rohen Garne istdaher auf das schärfste verbothen. Im I. 1779,wurden ungefähr 1209 Stück Leinwand, jedes bey-nahe von 50 brabanter Ellen, und im Durchschnitt50 Rthlr. werth, verfertigt, und davon nicht einmahlder z6ste Theil im Lande, das übrige sämmtlich nachAmsterdam debitirt. Diese Manufaktur ist hier schonvor mehr als: 00 Jahren angelegt, und war ehemahlsweit mehr im Flor, als der Leinwand-Handel nachSpanien noch freyer, und die Einführe in England,wohin sonst der Haupt« Absah gieng, nicht so hochimpostirr wac, die Verleger sich also nicht bloß derDiskretion holländischer Kaufleute überlassen durften,daher der Debit, in Vergleichung mit den vorigenZeiten fehr gesunken ist.

b) Eine Wollen - Manufaktur von gestreiftemNasch.

c) Eine Strumpfstricker - Manufaktur, welche60 Stricker, und eben so viele Spinner beschäftigt.Im I. 1779, wurden zooo Par Strümpfe fertig.

ä) Eine Hur-Manufaktur. Im I. 1779, lie-ferten i8 Personen 5100 Stück Hüte.

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