Manufacturen und Fabriken. ,5
bringen lassen. Denn je größer ein Staat ist,desto.verschiedener werden dessen Provinzen seyn,und diese Verschiedenheit in der Beschaffenheitdes Landes wird in einer Provinz dasjenige mög-lich machen, was in einer andern nicht wohl zuGrande gebracht werden kann, man möchte denneinen Gegenstand aus zu entfernten und abwei-chenden Landern cinheimisch.machen wollen. Mit-telmäßige und kleine Scaatrn sind hingegen mallzuengen Gränzen eingeschlossen; sowohl dieHimmelsgegend als die übrige Beschaffenheit desLandes ist faß durchgehends gleich; nicht seltenfehlet es auch an solchen Staaten'an Gelde,und man findet immer zu viel dringendere Aus-gaben, als daß man im Stande seyn sollte, an-sehnliche Summen auf die nöthigen Unterstüt-zungsmittel anwenden zu können. Wer Bey-spiele davon verlangt, braucht solche nicht überdie Gränzen unsers teutschen Vaterlandes zu su-chen. Mittelmäßige und kleine Staaten müssensich demnach an den nöthigsten Manufakturenund Fabriken begnügen, die zur Kleidung undandern Nothwendigkeiten deö menschlichen Lebensdienen, und wozu die im Lande selbst mit Leich-tigkeit gewonnenen Materialien am mehrstcn auf-muntern.
H. Man muß die nothwendigsten Manu-fakturen und Fabriken zuerst anlegen; diejenigensind aber allemahl am nothwendigsten, für wel-che das meiste Gold außer Landes geht. Fürwelche Arten der Waaren das meiste Geld ausdem Lande geht, kann »van aus den Zoll - undAccise-Registern bald erfahren; und es ist hiernicht nöthig, auf die allergenaueste Richtigkeitzu sehe», die ohnehin nicht wohl möglich ist,weil eines Theils unser Zvllwesen in Deutschland
die