2zo Manuscript.
stakt der Buchstaben untersucht, fallt sogleich dieFarbe in die Augen, und sie gehört mit zu denDingen, woraus man da» Alter einer Hand-schrift beurtheilen kann. Die gewöhnlichste Far-be, womit man schrieb, war die schwarze Tin-te. Diese wurde aber bey den Griechen undRö- §mern ganz anders zubereitet, als bey uns. Sehr -weitläufig hat von der Tinte der Alten geschrie-ben Uecrus lVIaria Oansparlus äe srra-menris LuiuSLUnq. Aeneris opus (ane riovumece. Vener. 1618. 4. hernach zu london l66onachgedruckt. Weil das Buch selten gewordenwar, hat es Boerhave zu Rotterdam 1718.
4. wieder auflegen l-rssen. Der Verf. war einArzt zu Venedig, und mischt sehr vieles aus derMedicin und Chymie mit ein. Er handelt zwarim vierten Abschnitt von der Tinte, die manzum Schreiben gebrauchte, erklärt sich aber nir-gends genau, woraus eigentlich die Alten ihreTinte gemacht haben. Man muß sich also mitPlinii Nachricht I-Utb. I. zs. cap. 6. da-von begnügen, daß sie entweder von der Galledes Fisches 8epia, oder von Kienruß, welchermit Gummiwasser tingirt wurde, verfertigt wor-den sey. Sie war also von der unfrigen ausGallapfeln sehr verschieden, und überhaupt sehrschön und schwarz. Unterdessen hatten doch tueGriechen durchgängig eine bessere Canzeleytime,als die Römer, deren Tinte viel blasser war.Sonderlich wurde die Tinte zwischen dem viertenund zwölften Jahrhunderte etwas gelb, daherviele aus Unverstand die Buchstaben mir frischerTinte verfärbten, und dadurch diese herrlichenAlterthümer unbrauchbar und ungültig machten:denn aus der gelben Farbe der Tinte erkannteman das Alter. Auf Pergament verschoß auch
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