Mattscheidekunst. 509
Der zweyte Fall, wenn der Punkt überTage unbekannt, und mit verlohrner Schnur zuverziehen ist, ereignet sich, wenn man einenPunkt über Tage ausbringen, das ist, wennMan auf dem Gebirge jenen Punkt finden soll,der gerade über einem in der Grube sich befin-denden Punkte steht, um z. V. von demselben ei-nen feigern Schacht abzusinken. In diesem Fallewird nach jener Gegend, wo der gesuchte Punktju seyn vermuthet wird, eben so wie im vorste-henden verzogen; zugleich aber macht man sichvon diesen Tagezügen einen Sohlenriß, auf dernähmlichen Karte, die den Grubenbau vorstellet;und donn wird man leicht ersehen, nach welcherStunde, und wie weit noch zu verziehen sey,bis man den verlangten Punkt erreich». Machtman sich auch von seinen Tagczügcn einen Sei-gerriß: so erfährt man dadurch, wie tief derSchacht abzusinken sey.
Aus den in, oder außer der Grube gemach-ten Zügen können jene innen, die auf demSoh-len und Scigerriß aufzutragen sind, sowohl geo-metrisch durch Verzeichnung, als trigonometrischdurch Berechnung gefunden werden. Nach derersten Art, wenn z. B. die Lange der Schnurvo Kl. und ihr Steigen 20 Grade beträgt, näh-me man vom Maßstabe ivKl. ab, und beschrei-be darüber einen Halbkreis; dann ziehe man auseinem Enopunkte des Durchmessers eine Sehneunter dem Winkel von 20°, und aus dem an-dern ebenfalls eine Sehne bis zum lehtenPunicder vorigen: so wird die erste Sehne die Sohleund die zweite die Seigerrcufe der donlegigcnSchnur seyn. Allein diese Bestimmung versprichtuicht mehr Genauigkeit, als der Maßab undTransporteur zuläßt» Viel genauer ist dagegen