Marktschreyer. 6»r
oft durch die Finger, dieser will aus Furchtvielleicht nicht beißen, oder weil es ihm zu be«schwerlich ist, auf dergleichen Sachen zu sehen.3ener hat seinen Vortheil durch Abgang derÄZaare, und schweigt. Billig sollte es aber inollen Ländern, wie es in einigen wohleingerich-teten Staaten ist, den Apothekern zur Gewis-sens-Sache und höchsten Pstichr gemacht, unddarauf gehalten werden, daß ste nie dergleichenRecepte eher machen dürften, bis es der Physt-eus, oder ein rechtlicher ordentlicher Arzt gese-hen, und unterschrieben hätte.
An diese Quacksalber gränzen die bloßenEmpiriker,' das heißt solche Charlatane, dieMit gewissen Recepten, die sie auf irgend eineArr von Eltern oder wem ererbt haben, sehrviele Krankheiten heilen, und ohne alle Ucberle-Sung und Vernunft sich blindlings auf ihre Er-fahrungen gründen. Diese Art Charlatane ge-ben Mittel, und wissen oft nicht warum, genugweil ste ihnen virlmahl Hülfe geleistet haben.Die Erfahrung ist freylich die sichere Leiterinn inder Arzeneywisscnschaft. Durch sie sind nichtallein fast alle Mittel bekannt geworden, sondernauch diejenigen, welche etwa die Theorie ange-sehen hat, sind dadurch bewährt geworden. Al-lein Mittel austheilen, die bloß nach der Ue-berschrift gegeben werden, ohne alle angestellteUntersuchung, ob es würklich die überschnebeneKrankheit sey, ob sie aus der gewöhnlichen Ur-sache entsprungen sey, und ob es eben zurrest)-ten Zeit gegeben werde, ist freylich unendlichviel gewagt, und muß mehr Menschen mörderischsimbringcn als retten; oder glauben sie nun vonihren Mitteln, daß sie wirklich wirksam sind,
wie viel Schlachtopfer haben sie erst liefern müs-
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