Band 
Vier und achtzigster Theil, von Mantel bis Marmorwaaren.
Seite
606
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6o§ Marktschreyrr.

stillschweigend geduldet werden. So lange abernoch rechtliche Aerzte in einem lande sind, l»lange wird eö Verbrechen bleiben, die Art Gift-mischerinnen, denn das sind sie nach den Geset-zen, zu dulden, und es ist Pflicht, wenn mandie Menschen nicht den größten VerletzungenPreis geben will, den unrecht verstandenen Z"-stinkt aus Mitleid vielleicht helfen zu wollen,gleich im ersten Keime zu ersticken.

Zu den berühmtesten Pfuschern gehören auchdie Scharfrichter, Henker, Huren u.fcr. Alle diese Leute glauben «inen BerufihrcrPfuscheren zu haben, theils durch Erbschaft/die sie von Eltern oder Vettern erhalten haben,sie bestehe nun in bloßen Recepten oderBüchern?theils durch die hohe Idee, die besonders die er-steren sich von ihrer anatomischen Kenntniß ma-chen. Hierdurch glauben sie nun geschickt zu seyn,alle innere und äußere Krankheiten heilen Zl>können. Gesetzt aber, wenn sie auch die Lageder Theile erwaö kennen, kennen sie deswegenauch ihre Wirkungen, zu denen sie aufgelegtsind? Zeder Arzt weiß, wie viel bey der Heilartauf die Kenntniß der Verrichtungen der Theiltankomme; und ein solcher Ignorant denkt ohnediese sicher fort zu kommen? Es ist viel czewa^t,mit seinen Nebenmenschen erst Experimente jNmachen; aber in dem Wagen mir rlinoer Enr-pyrie scheint das Vorzügliche ihrer Kunst z>tliegen.

So erleuchtet unsere Zeiten sind, so vieleVorurlhcile gj?br es doch noch immer unter dengeringeren VolkLclafsen, daß sie Hexereien unddergleichen glauben und annehmen, und beson-ders traut man den Scharfrichtern sehr viclcszu,als ob sie vielleicht selbst noch beyexen, oder