7Z2
Marmor.
Es ist bekannt, daß der harte Marmor einegefällige Politur annimmt, es hängt aber vonder Willkühr des Meisters ab, welche Mittel erwählen will, nm den Stein zu poliren. Dennes giebt mannigfaltige Mittel. Folgende mögenzum Beyspiel dienen. Der Künstler zerstößt lindsiebet feinen Bimsstein, beneht ein leinenes Tuch lmit Master, raucht es in das Bimssteinpulver,und reibt hiemit die Figur in allen ihren Theülen. Auf eben die Art wird endlich noch derweiße Marmor mit Zinnasche durchgängig solange gerieben, bis das Tuch riechet. Die Zinn-asche giebt diesem harten Stein eine glänzendePolitur. Doch poliren einige Künstler zwar dasGewand, aber nicht das Nackende, und schlei-fen dieses nur mir Sandsteinen. Der gefärbteMarmor wird zwar gleichfalls mit Bimssteinpul-ver abgerieben, allein statt der Zinnasche nimmtman gebrannte und pulvcristrte Schafveine oderSchmirgel mit Master.
Von andern wird folgende Anleitung zumPoliren des Marmors gegeben. Man streutpulverisirken Sand und Master darauf, undreibt ihn mit reinem Sandstein ab, so lange bisdie Wellen, welche sich auf den glatten Flächenwie z. B. auf dem Holz befinden, verschwundensind. Ist eS auSgehauene Arbeit, so wählt maneinen ihr angemessenen Sandstein, und reibt siedamit ab, bis sie ganz glatt und rein ist.
Hierauf nimmt man Topffcherben von Schüs-seln, die beym Brennen verunglückt find, undreibt den Marmor damit ab. Hierdurch wird ergelinder und fähig, die Politur mit Master undBimsstein aufzunehmen, mit welchen man ihn I»lange abschleift, bis weder Wellen noch SrrclfeNnoch sonst Mangel mehr zu sehen sind.
W-iui