753
Marmor.
Wenn der Marmor solcher Gestalt polirtist, so recht man ihn mit einem Tuche, der inGchmirgelkoth getaucht wird, ab. Dieser Schmir-gelkotb ist derjenige Brey, der sich an die Rarder oder Schleifsteine der Steinschneider an-hängt. Der Marmor erhalt dadurch eine schöne Po-litur, die man noch sehr erhöhet, wenn man iynmit calcinirtem und zu einem grauen Pulver zer-riebenen Zinnkalk abschleift. Alle Marerwn, wo-mit man den Marmor abreibt, müssen mit Was-ser angefeuchtet werden. —
Mit den seht beschriebenen Handgriffen«kann nun zwar aus einem Marmorblock eine Fi-gur im Runden gebildet werden: Man ist aberweit davon entfernt, zu behaupten, daß jederKünstler so und nicht anders arbeitet: MancherKünstler wählt znm Beyspiel ein Spiheisei^wenn ein andrer ein Zahneisen gebraucht, ja esgiebt Künstler, die beynahe mit eurem einigenEisen die Figur von Anfang biü zu Ende bear-beiten. Ueberhaupt ist diese ganze Beschreibungnur als ein kurzer Entwurf anzusehen, wie derKünstler im Ganzen zu Werke gehet. DerKünstler mäste selbst die Feder ergreifen, undeine Beschreibung aufsehen, die seine ganze Ar-beit im Kleinen zergliederte, und er würde dochvielleicht das Schicksal erfahren muffen, daß an-dere Bildhauer bey vielen Stellen den Kopfschüttelten, und seine Schrift weglegten. JederMeister hur Handgriffe, die ihm eigen sind, und'die ihm daher vor andern gefallen.
Das Modell zu einer Figur, wie z. B. zckSchwerins Starüe, kann ohngefahr in -^Jah-re verfertiget, und der Block von zwey Bild-hauern, den Meister nicht mitgerechnet, in L bisJahren zu einer Statüe umgebildet werden.^Vec.kechnsl.E,ic.I.XXXlV.T!i. Bbb Das