Mühle. rZi
che Hauswirthe haben gesehen, daß die Bäcker ih,ren Rocken spitzen lassen, und daher lassen sie sichihren Rocken auch spitzen, aber zum Absieben kön-nen sie nicht überredet werden; denn sie sagen, eswäre ja in dem, was vermittelst des Siebes vondem Rocken geschieden wird, noch viel -Mehl, daherkönnten sie dieses unmöglich als Kleyen mit nachHause nehmen. Das Spitzen hat alsdann alsonicht den geringsten Nutzen.
Leute, die mehr auf die Menge sehen, als aufdas Ordentliche und Reine, lassen sich es nicht be-greiflich machen, daß das Spitzen und Absiebendes Rockens eine so nützliche Sache sey, wodurchman ein reines, gesundes und schmackhaftes Broterhält, wenn der Rocken an und für sich so beschaffenist, wie er seyn soll. Es verursacht aber das Spit-zen und Absieben, daß man von jedem Scheffeleine Metze Mehl weniger, dafür aber eine MetzeKleyen mehr bekommt; denn der Staub, Schmutzund Unrath, welcher sich im Getreide befindet, wirddadurch abgeschieden, und dieser von dem Rockenabgesonderte Unrath wird Spitzkleye genannt. Wernun aber den Rocken nicht spitzen läßt, der kanneine Metze Mehl mehr bekommen, indem durch das6—9mahlige Aufschütten, wie es die geringenLeute gern thun, die Kleyen und die Spitzkleyen,wenn sie nicht gleich anfangs abgeschieden wur-den, zermahlen werden, und mit ins Mehl kom-men. Dieser geringe Vortheil (welcher in weiternichts besteht, als daß man anstatt einer MetzeKleyen eine Metze schwarzes Mehl erhält) ist in-dessen gegen unsere Gesundheit gar nicht zu rechnen.
Da die tägliche Erfahrung lehrt, daß von denUntergebenen nicht allemal alles befolget wird.was die Herrschaft zu thun befiehlt, zumal in sol-chen Fällen, wo dieselbe nicht dabey seyn kann,
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