Band 
Sechs und neunzigster Theil, welcher das Ende des Artikels Mühle enthält, und bis Münze, eine Pflanzengattung, geht.
Seite
291
JPEG-Download
 

Mühle. 291

geliefert. Dieses geschieht theils wegen der starkenConsumtion (denn lange hält sich das Mehl vonangefeuchtetem Getreide nicht, sondern es muß frischweg verbraucht werden), theils damit der Bäckerden Vortheil habe, daß die Mühlsteine vor demAufschütten geschärft werden. Von stumpfenSteinen wird das Getreide mehr gequetscht, alsklar gemahlen, und läßt sich nicht gehörig aus-mahlen.

Nachdem die Steine geschärft sind, so 'werdenerst Kleyen aufgeschüttet, und, wie die Müller spre-chen, die Hauschläge abgerieben-. Das geschiehtso lange, bis die Kiepen so, wie sie aufgeschüttetworden, durch den Beutel wieder durchkommen.Alsdenn schüttet man die oben gemeldeten 7Scheffel Weihen üuf; wenn der Weihen feh-lerhaft ist, insonderheit wenn er den SpiHbranöhat, so hängt man einen Spihbrutel entweder vonDraht oder grobem Beuteltuche vor. Die vonDraht sind die besten, und heben den Mühlsteinso hoch auf, daß der Weihen meistencheils ganzdurch dieselben durchgeht. Durch das Reiben derSteiNe gehen die Spitzen der Körner herunter, Unddie Unreinigkeiten, welche bey solchem Weihen, dergedachten Fehler stark hat, ganz schwarz aussehen,fallen durch den Drahtbeutel in den Beutelkasten fder Weihen aber fällt durch das Beutelloch aufden Fußboden. Dieser Weihen heißt gespitzterweitzen; wenn er alle durchgegangen ist, so bringtman ihn weg, nimmt den Drahtbeutel heraus, keh-ret den durch den Beutel gefallenen Unrüth, dermit unter die Kleyen kommt, rein aus dem Beu-telkasten heraus, und hänget einen feinen BrUtel vor.

Wenn der Weihen aber ohne Fehler Und ganzrein ist, so ist das sogeNannre Spitzen desselbenNicht nöthig. Nun schütter man den gespitzten