Papiergeld. 45
gen Gange der Dinge, so bald das Papiergeldsich von dem baaren Gelde losgerissen hat, jähr-lich ein neues Deficit den den Finanzen desStaates entstehen muß. Soll also das Papier-geld allmählich getilgt werden, so muß zuerst da-hin gestrebt werden, daß das Deficit verhüthetwird, und dann daß ein Ueberschuß bey den Fi-nanzen erlangt wird. Wenn dieses geschehensoll, so muß dafür gesorgt werden, daß die Ein-künfte des Staates um so viel vergrößert wer-den, daß dadurch das Deficit verhüthet wird,und noch ein Ueberschuß zur Tilgung des PaPiergeldes bleibt. Alle Einkünfte eines Staatesstießen entweder aus den Abgaben, oder aus denRegalien und Domainen. Wenn nun ein Staatmehr Einkünfte haben will, so muß er diese ausden angeführten Quellen schöpfen, und dieses istnur auf dreyerlcy Art möglich: entweder durchErhöhung der Abgaben, oder durch Verbesserungder Regalien und Domainen, oder durch Er-sparung. Soll also das Deficit verhüthet, undnoch obendrein zur Tilgung des Papiergeldes einUeberschuß bey den Finanzen gewonnen werden,so muß sich der Staat auf einer dieser dreyArten mehr Einkünfte zu verschossen suchen,sonst ist keine Möglichkeit da.
Wollte der Staat das erste Mittel wäh-len, und sich durch Erhöhung der Abgaben soviel Einkünfte mehr verschaffen, daß dadurch dasDeficit verhüthet würde, und ein Ueberschuß zurTilgung des Papiergeldes bliebe: so würde un-ausbleiblich die Folge davon seyn, daß, weil dieAbgaben eine Hauptursache sind, daß die Preisealler Waaren steigen, so bald die Abgaben er-höht würden, diese auf die Waaren geschlagen,und die Preise wieder höher steigen würden. Der
Staat