Papiergeld. 5Z
Verlegenheit zu ziehen, und öfters von dem Unter«gange zu retten. Angenommen, daß solcher keinenSchatz gehabt, oder durch Kriege denselben erschöpfthabe, gleichwohl aber von mächtigen Nachbarn um-ringt sey, die nur einen günstigen Zeitpunct abwar-ten, um ihm Gesetze vorzuschreiben, so wird ein je-der zugeben, daß dieser Staat zu seinem eigenen Wohldarauf bedacht seyn müsse, sich für den Fall des An-griffs in Vertheidigungsstand zu setzen, hinfolglichda das Geld das wesentlichste Erforderniß hiezu ist,einen Schatz zu bilden. Gesetzt, die Summe die zuzwey, drey oder vier Campagnen nöthig wäre, be-trüge x, und der Regent könnte im gewöhnlichenLaufe der Dinge nur den izten Theil von x jähr-lich in den Schatz legen, so sieht man, daß der Staatwegen des zu befürchtenden Angriffs erst in 15 Jah-ren beruhigt seyn könnte, und wenn er früher zumKriege genöthigt wird, solchen durch seinen Schatzzu führen außer Stande sey.
Dem Regenten stehen alsdann drey Wege offen:
1) Anleihen von Fremden —
2) Erhöhung der Abgaben, oder Anleihenim Staate selbst, und
3 ) Papiergeld.
Die Anleihen von Fremden sind schwer, und inden itzige» Zeitläuften schwieriger als jemahls, wär,den nur gegen hohe Zinsen erlangt werden können,und sind nur einem Staate anzurathen, dessen Hand-lungsbalanz in einem sehr hohen Grade günstig ist.Wenn also nur die zwey andern Mittel übrig blei»den, so frage ich: ist es bester durch vermehrte Ab-gaben oder Anleihen im Lande gleich die Summe xaus der Circulation zu nehmen, und dadurch allemFleiß, aller Jndüstrie einen tödtlichen Stoß beyzu«dringen, oder vielmehr indem jenes geschieht, fürdie Summe x Papiergeld zu schaffen, welches dieStelle des aus der Circulation genommenen Aume-rgirsr einstweilig einnimmt? ich glaube, daß nie-mand sich über die Antwort in Verlegenheit befin-den werbe.
^.cl 2. Was die zweyte Frage anlangt, so gebeich zu, daß der Inhaber des Papiergeldes nichtganz so ruhig seyn werbe, als wenn er Metall be-säße. WaS aber unter den vorausgesetzten Umstän,den dazu beytragen muß, des Unterthans Zutrauen
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