Band 
Hundert und siebenter Theil, welcher die Artikel Papieradel bis Pasternak enthält.
Seite
163
JPEG-Download
 

Papiermacherordnung. lüz

Form an das Abtropfebrett anstößt; so häuftsich in allen diesen Fallen die Materie in ge-wissen Gegenden der Form zu sehr an, und ver-anlaßt so genannte Würste im Papier.

Wenn er die Materie auf der Form ru-hen laßt, und sie nicht geschwind genug allent-halben vertheilet; so entsteht ein Bogen mit so-genannten Kastanien, das heißt, ein Bogen, wel-cher Theile von ungleicher Dicke har. Wenndie Arbeitöbätte zu heiß lst; so arbeitet man al;lezeit schlecht, und man kann die Ungleichheitenschwerlich vermeiden, weil das Wasser zu ge-schwinde auf der Form verdunstet.

Der Büttgesell verursachet, daß sein Bo-gen an einer Seite stark wird, wenn er die Ma-terie zu stark nach einer von den Seiten ab-fließen laßt, indem er seinem Arm keine regel-mäßige Bewegung gibt. Er kann einen ver-stümmelten Bogen Papier machen, wenn er seineMaterie nicht genug ausbreitet, wenn die Ar-beitsbütte zu heiß, wenn der Zeug zu stark, zufrisch, und zu wenig fließend ist, wenn er zusteife Arme hat, wenn er einen üblen Stoß gibt,oder wenn die Form schlecht gemacht ist. Ermacht einen ausgezackten Bogen, wenn er denDeckel der Form ungeschickt wegnimmt; welchessich auch wegen der Fehler der Filze, wegen ih-rer ssiäthe und Schrothen ereignet.

Daß man in Holland diese Fehler vermei-det, zeiget das holländische Papier, und kommtbloß daher, daß man daselbst langsamer, mitmehrerer Sorgfalt, Fleiß und Vorsichtigkeit ar-beitet. Vielleicht macht auch dort ein Arbeiterden Tag über nicht mehr, als drey oder vierRieß Papier. Was liegt den deutschen Pa-piermachern im Wege, daß sie nicht dem Bey-

L L spiel