Papier,nacherordruuig. aoi
Erster Sah.
Vs« dem Unterscheid, Aussuchen und der Zuberei-tung der Lumpen, Fetzen und Hadern.
ES ist bekannt, daß nach den verschiedenen Gat-tungen, des guten, mittleren, oder schlechten Pa-piers, auch die Hadern nach ihrer besseren und schlech-teren Eigenschaft müssen unterschieden werden: daßdeswegen die feineren Hadern zum Postpapier, dieschlechteren aber zum Canzley-, Concept» und sofortdie schlechtesten zum Fließpapier zu verarbeiten scun.
Daher müssen die feinsten Hadern ausgesucht,die darin befindlichen Nähte aufgetrennt, oder dieHadern selbst ausgeschossen werden.
Die Hadern werden hernach durch das Schla-gen oder Reibe», trocken geputzt. Wenn Hieraufdiese also geriebene und ausgesuchte Hadern durcheine scharfe Lauge wohl verbleicht werden, so ist keinZweifel übrig, das daraus das schönste, feinste, wei-teste Papier müsse können zubereitet werden. Allein,da die Gleichung, die doch ohne große Kosten, auchohne große Bemühung geschehen kann, vielen Pa-piermachern zu fremd, unbequem, umständlich undmühsam zu seyn scheinen dürfte, so kann man eöbey der bekannten gewöhnlichen und bequemen Fäu-lung bewenden lassen, welche auf die folgende Weiseveranstaltet wird.
Die ausgesuchten, sortirt und geputzten Hadernwerden in einen Verschlag, oder (handwerksmäßigzu reden) in einen Zeugkasren, welcher mit steiner-nen Platten gepflastert ist, Lagweise, 2 ; Schuh hoch,auf einander hineingelegt, alsdann genugsam mitWasser übergössen, damit sie sich erwärmen, und zurFäulung gelangen können. Diese ganze Lage wirdmit einer alten groben Leinwand zugedeckt, damitkein Staub, oder anderer Unrath darauf komme;solchergestalt läßc man sie 8 oder ic> Tage unberührtliegen. Nach Verlauf dieser Zeit werden die Hadernumgewendet und wieder auf 8 Tage, wie vorher zu-gedeckt, in Ruhe gelassen, denn endlich nach dieserZeit zerschnitten. Wäre aber ein Haderrcisscr vor-handen, so müßten die Hadern vor besagter Fäulungzerschnitten werden; weil solches nach der Fäulungzu beschwerlich fallen möchte.
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