Papiermacherordnung. soz
wihnlichen Brauch gemacht, geschöpft, gegautscht,gepuscht, gepreßt und gelegt; Hiebey ist aber zu mer-ken, daß das Gautschen nicht auf grobe Tücher ge-schehn sollte, welche die Haare lassen, und die gro-ben Fäden in das nasse Papier eindrucken; deshalbwäre es nöthig, ja unentbehrlich, hierzu einen gutgemachten Filz, oder in Ermangelung dessen solcheTücher zu gebrauchen, welche inü Kreutz gearbeitet,gleich von der ersten Wollschur herkommen, und demdoppelten sogenannten Flanell fast gleich sind.
Wenn das Papier gelegt ist, so muß es nichtgleich aufgehangen, sondern alles, was den ganzenTag gearbeitet worden, zusammen in die Presse ge-legt, und allda langsam nach und nach gepreßtwerden, damit es keinen Schaden leide; wie es ge-schehen könnte, wenn man die Presse schnell undgähe fort anziehen würde. Also bleibt eö über Nacht.
Der Nutzen dieser Art zu pressen besteht darin,daß das in dein Papier noch zurück gebliebene Was-ser, welches die höckerichten Ungleichheiten verur»sacht, vollkommen ausgedruckt, und das Papier schön,gleich und platt werde.
Diese Handthierung versteht sich nur für diegemeinen Gattungen des Papiers; denn das feineerfordert noch etwas mehr, nähmlich wenn 2 oderZ Puschen Papier zwischen den Filzen das erstemahlgepreßt worden, so können sie zum zweytenmahl,wenn sie gelegt sind, mit dem gegautschtcn oben indie Presse genommen, und nach dieser zweyten Pres.sung überlegt werden, und abermahl in die Pressekommen, über Nacht wie erst gemeldet worden.
Den folgenden Tag wird das Papier zu 5 oder6 Bogen zusammen aufgehangen, und wenn es trvk-ken ist, stoßweise auseinander gelegt; je länger esnun also liegt, je besser gerät!) hernach das Leime».
Dieses hier angezeigte Pressen hat folgendenNutzen. Erstens: wird das Papier schön, gleich,eben und platt. Zwcytens wird das verborgeneWasser herausgedrückt, mithin das Papier aus demBoden weit eher trocken, und folglich etliche Tagean der Zeit gewonnen, wo sonst ermeldetcs Wasserdurch die Luft müßte ausgezogen werden, welcheseben Ursache wäre, daß das Papier ungleich, höcke-richt, und lecker würde.
Vier.