Parallellinien.' 461
hung der Parallellinien von jeder Weite und injeder Richtung, Nachricht zu geben, welche Hr.Buschendorf in Leipzig erfunden, und zumBesten der Künstler bekannt gemacht hat. *)Er sagt darüber:
Kupferstecher, besonders die, welche architekto-nische und mechanische Gegenstände bearbeiten, ha-ben oft viele Parallel-Linien zu ziehen, deren gutesAussehen bekannter Maßen vom vollkommenen Pa-rallelem, von der immer beobachteten gleichen Wei»te, oder auch von der gleichen Zunahme in der Er-weiterung oder Verengerung abhängt. Die Gleich-weitigkcit der einzelnen Linienpaare läßt sich zwarganz gut und sicher durch eine richtige und richtiggehandhabte Anschlageschtene der gewöhnlichen Artbewirken; schwerer aber ist schon die Hervorbringungimmer gleicher Zwischenwciten beym Fortrücken mitder Schiene, wo das Auge immer scharf nachsehenmuß, daß diese Jortrückungsweiten gleich werden,und wo die Hand oft nur mit Mühe den rechtenPunkt trifft, was die Arbeit alle Mahl langweiligund unangenehm macht. Noch schwieriger ist dieverhältnißmäßige Erweiterung oder Verengerungder Zwischenräume; das Auge muß da lange messenund vergleichen, muß in diesem Vergleichen sehr ge-übt seyn, und ist doch immer der Jrrungsmöglich-keit ausgesetzt.
Kupferstechern, welche oft solche Linien ziehenmüssen, wirb also folgende für sie ausgemittelte Vor-richtung zur leichten, schnellen und sichern Ziehungaller Acren Parallel-Linien von allen Weiten und je-dem Weitenwechsel, so erwünscht als nützlich seyn-besonders da sie zugleich einfach und wohlfeil ist,und sich leicht und bequem behandeln läßt.
ES besteht dieselbe — man sehe Figur 6320 a)aus einer winkelrechten, rundum berühmten Neißta-fel a b c ä, auf welcher die zu bearbeitende Kup-ferplatte e t Z I, entweder mit feinen Schräubchenausgeschraubt, oder auch mit Siegellack aufgeküttetwird.
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