Band 
Hundert und siebenter Theil, welcher die Artikel Papieradel bis Pasternak enthält.
Seite
492
JPEG-Download
 

492 Parforcehund.

scharfen Geruch, und halten die Spur mitgrößerer Ordnung, als die französischen; sie ge-hen auch gern ins Wasser, und halten sich wohlbey Leibe mit viel schlechterer Kost, als die fran-zösischen, welche schon leckerer sind. Im Laufendauern sie lange aus, so daß man nicht so vielerRelais oder Vorlagen bedarf; allein den Wie-dergang des Hirsches suchen sie nicht so sorgfäl-tig auf, als die französischen, welche darin vielgenauer und vorzüglicher sind.

Ein wohlproportionirter Parforcehund solleinen etwas länglichen Kopf, eine breite Stirn,einen spitzigen Hübel, große Augen, sehr langbehangene Ohren, die unten gewendet, und womöglich drey bis vier Finger breit über die Na-se gehn, mittelmäßige Schulter, gebogene Nieren,hohe Hüften, einen hoch erhabenen dicken We,del, dicke Lenden, gerade Knie, starke Nerven(Flechsen) und kurze dicke Klauen haben. DieHündinn, von welcher man dergleichen Art nach-ziehen will, muß von guter Race, auch hoch,lang und breit von Leibe seyn, und alle ebenangeführte Zeichen haben; sie muß auch, weilsie oft laufisch, tragend oder saugend ist, nichtzum Jagen ausgeführt, sondern nur zur Zucht,nebst dem schönsten Hunde, allezeit zu Hausegelassen werden.

Zur Erlangung guter Parforcehunde ge-hören demnach zuvörderst gute Hündinnen, (ge-meinhin Petzen genannt) die nicht zu alt undan sich selbst anbrüchig sind, so wie dergleichengesunde Hunde. So bald man nun gewahrwird, daß unter der Meute eine Hündinn hitzigwird, sondert man sie ab, und laßt nur dendazu bestimmten Hund dabey. Es taugen abernicht alle Hunde dazu, und es kann ein Hund