Parforcejagd. 507
Wenn man ihn Verkehren hat, wird immer fsrtlancieret, bis Gewißheit von der rechten Fahrtedes erwählten Hirsches, und daß man ihn amLeibe und Gehörne gesehen hat, da ist. Sobalddieses geschehen ist, und der Zager die rechteFahrte erblickt, meldet er es durch lautes Rufenseinen Cameraden. Bekommt er aber den Hirschin die Augen, so ruft er lajo, juolikt, undverbricht die Fährte. Sodann werden die Lan«cierhunde fest genommen; während dieser Zeitwird die Meute herbey gehöhlt, und auf dierechte Fährte angelegt.
An manchen Orten ist es gebräuchlich, wennder Hirsch des Morgens bestätiget und gefrüh-stückt worden, so mästen die Besuchknechte mitalten Leirhunden lancieren, von dem einer mitseinen Hunden von den Brüchen auf der Fähr-te nachhänget, und wenn mehr Hirsche vorhan-den sind, so greift auf beyden Seiten auch einBesuchknecht mit dem Leithunde vor. Lancieretnun der eine, welcher nachgehänget hat, die Hir-sche, diese aber brechen auf der Seite aus, sonimmt derjenige, welcher auf der Seite vorgezo-gen, und dem die Hirsche übergeben gewesen,mit seinem Leithunde die Hirsche gleich auf, undhänget ihnen nach, die Piqueurs und andere hal-ten vor, und suchen die Hirsche von einanderabzusondern. Jedoch bleiben die mit den Leithun-den so lange an de» Hirschen, bis sie abgeson-dert sind. Zuweilen aber wollen sich die Hirschemit Lancieren nicht trennen lasten, wo denn dievöllige Meute darauf angelegt, und gejagt wird,bis sie doch endlich dieses thun wüsten. Stecktaber ein Hirsch allein in einem engen Orte: sowird ohne sonderliches Lancieren die völlige Meu-te gleich aus die Brüche angelegt.