Band 
Hundert und siebenter Theil, welcher die Artikel Papieradel bis Pasternak enthält.
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576 Parfümickunst.

hends den Sinn des Geruchs verlieren, weil sieimmer mit stark riechenden Sachen umgehen.Dabey wird der Kopf von starken Wohlgerücheneingenommen, und man gerath in eine Art derBetäubung, die selbst den Tod nach sich ziehenkann. woran es nicht an Beyspielen fehlt, in-dem Tuberosen oder Nachtviolen in ein Schlaf-zimmer gestellt, schon mehrere Menschen getöd-tet haben. —

Wie geht es aber zu, da man sich im ge«meinen Leben übrigens eben kein Gewissen dar-aus macht, sich mit unter recht stark zu parstvmiren, daß noch kein Parfümicer oder Geruch-künstler darauf gefallen ist, von dieser Kunsteine allgemeinere Anwendung zur Vergnügungganzer Gesellschaften zu machen? Wir habenConcerte, das Ohr zu ergoßen, wir haben Schau-spiele aller Art, zur Unterhaltung für das Auge,aber gesellschaftliche Vergnügungen, wo man mitabwechselnden Wohlgerüchen unterhalten würde,hat noch niemand angestellt; obgleich in einergroßen Stadt der dazu erforderliche Aufwandgewiß nicht zinsenlos gemacht werden dürste.Nach der Natur der verschiedenen wohlriechen-den Substanzen müßte man sie theils als Rau-cherungen, theils als Pulver in kleinen Kiffen,und die tropfbaren auf Tüchern, die damit be-sprengt wären, anwenden. — Ob man zur Ab-wechselung auch Gcruchdissonanzen, ich meineUebelgcrüche, mit vorbringen müßte, steht wohlnicht zu bejahen; die erließe man wahrscheinlichdem Geruchkünstler gern. Scbon mit manchenhervorstechenden Gerüchen müßte er behutsamumgehen» um einen Theil der Gesellschaft, vonwirklichem oder eingebildetem schwachen Nerven-systeme nicht zu sehr anzugreifen. Solche Un-ter-