Pasigraphie. 671
Pasigraphie, welches wörtlich die Kunst, alles zuschreiben heißt, nennt man die Kunst, durchallgemeine Schriftzeichen sich allen Nationenverständlich zu machen, so verschiedene Sprachensie auch reden mögen, sobald ihnen nur jene all-gemeinen Zeichen bekannt sind.
Schon Leibn ih faßte die Idee, eine all-gemeine Sprache zu erfinden, vermochte sie aber,so groß sein Geist auch war, nicht auszuführen.Nach ihm machten einige Andre ebenfalls verrunglückte Versuche, und schon früher, 1668,gab der Engländer Wilkins einen Versuchüber allgemeine Sprache heraus, welche mit Zei-chen geschrieben werden sollte, die sedem in sei-ner Landessprache verständlich waren. Etwasähnliches theilte 1772 ein Ungar, Kolmar, mit;man fand aber die Vorschläge beyder, wegen derMenge der angegebenen Zeichen, zu schwer, umsie ausführen zu wollen.
Im Jahre 1796 machte ein in Paris le-bender Deutscher bekannt, daß er eine bequemePasigraphie erfunden habe *).
Herr Professor Wolke, ehemaliger Mit,stikter und Direktor des philantropischen Erzie-hungsinstituts in Dessau, hat unter andern scharf-sinnigen Untersuchungen über die Mittheilung derGedanken, (wovon seine im Jahr 1789 z„ Pe-tersburg entdeckte Lernsprechkunsr, oder Tel^
phrasie,
*) S. Pasigraphie, oder AnfangSgründe der neuen Kunst-wissenschaft, in einer Sprache alles so zu schreiben und zudrucken, daß es in jeder andern ohne Uebersctzung gelesenund verstanden werden kann. Erfunden und verfasset vonI-**"uon M.'**, ehemahligem Jnfanteriemaior >nDeutschland. Paris, im Bureau der Pasigraphie, (ver-legt von Decker in Vasel und RöhS in Schleswig,
l. Th. «4 S. Th. 6-.S 4. (4thl.) Dieses Werk °.rd
,n der Jen. Allg Lit Feit. >«o->. N- ausfübMv recensirt und als ein sehr verunglückter Versuch geschildert.