772 Pastellmahlerey.
aus. De la Tour und besonders Lauriotin Frankreich sollen die Fipirung der Paftellge-mahlve erfunden haben. Einige geben an, mansolle das Pastellgemälde über ven Dampf einessiedenden Wassers nach und nach hallen, undzuletzt das Gemählde mit den lebhaftesten Erhö-hungen vollends endigen. Eine andere Vorschriftist folgende: man wähle zum Grunde des Ge-mähldes ein feines Papier, tränke es mit Lein-öhk, und überstreiche es zulcht mit einer Farbe,welche mit Oehlsirniß angemacht ist. Ehe aberdie Grundfarbe trocknet, bestäube man sie mitBimsstein. Hat man hierauf sein Pastellgemähldeverfertiget, so bcstreiche man die linke Seite des-selben mit Terpentinöhl, so wird dieses durchden öhlfarbenen Grund durchdringen, und zu-gleich die trockne Pastellfarbe anziehen. DieBlicke werden zuleht mit Oehlfarbe gemacht.
Auch nachfolgende Vorschriften zum Fixi-ren der Pastellgemählde sind von diesen und se-, nen empfohlen worden:
Die Kunst, Pastellgeinählde zu fixiern, besteht ineinem nicht kostbaren Liquor, in welchen das Pastell-gemählde nur einen Augenblick eingetaucht wird.Dieser Liquor wird bereitet, indem man schönen pul- ?veristrten Alaun in zwey Gläser Wasser auflösen läßt;wenn soviel als möglich aufgelöst worden, so gießtMan das Alaunwaffer von dem unaufgelöst gebliebe-nen Alaun ab. Dieß ist um so nöthiger zu beob-achten, da, wenn man den unaufqelöften Alaun indem Liquor ließe, derselbe beym Trocknen das Ge- >Niählde matt machen, und an den Stellen, wo sichder Liquor angehäuft, weiße Flecken verursachen würde.
In dieses Alaunwaffer thut man ohngefähr fürandertha'b Groschen klaren reinen Fiichieim, läßtihn vier und zwanzig bis dreyßig Stunden darinweichen, und erhitzt das Wasser bis zum Sieden,damit der Leim vollkommen zergehe. Dann filtrirtman den Liguvr durch Leinwand, um den wenigenDodmsatz abzusondern, und gießt den filtrirten Saft
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