Band 
Hundert und siebenter Theil, welcher die Artikel Papieradel bis Pasternak enthält.
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771
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Pastellmahlerey. 771

recht guten Erfolg zu haben, muß man sehr ge-schickt seyn. Eine gute Kenntniß des Coloritsmacht hier die Hauptsache aus. ttebrigens isthierbey die größte Bequemlichkeit, man kann dieFarben weglegen, und anfangen wenn man will,ohne viele Umstände damit zu machen, indemhier kein Schmutz» keine Gerathschaften, außerdem Griffel und Fingerballen, statt finden. DieFehler des Pastellgriffels kann man mit Sem»melkrume gar leicht auslöschen, und die Schat-ten lassen sich alle Augenblicke zerstören, um-mahlen oder wieder erwecken.

Allein so groß auch die Vortheile dieser ArtMahlerey sind, so ist sie dennoch nicht ganz oh-ne Fehler. Ihre größte Unvollkommenheit istdiese, daß die Farben nur einen feinen Staubausmachen, der sehr wenig an den Grund Haf-tel, den folglich der Wind, der Athem und dieleichteste Erschütterung wegführen kann. Dergeringste Fehler ist noch dieser, daß die Stück-chen Farbe sehr oft entzwey brechen. -

Um diese Art Mahlerey dauerhafter zu*machen, hat man auf Mittel gesonnen, theilsdiesen Staub auf dem Pergament, oder auf denandern Gründen, worauf man mahlt, zu fixi-ren; theils auch das Pastellgemahlve, sobald eSausgearbeitet ist, mit einem reinen Glase, das kei-ne Blasen noch Farbe hat, zu bedecken, welchesletztere den Farben auch eine Art von Firnißgibt, und dieselben lieblicher macht. Insgemeinthut man solche zwischen zwey Glasscheiben,wie unter eine Presse, um sie vor dem Staube,und sowohl vor dem allzu starken Austrocknen,als auch vor der Feuchtigkeit zu bewahren.

Was die Befestigung der Pastellfarben be-trifft, so machte man lange ein Geheimniß dar-

Ccc 2 aus.