Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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10 Pferd.

lein unter die Hand seines Führers, sondernes scheint sich ganz nach dessen Wünschen zubequemen. Beständig folgsam, bey allen Eindrük,ken, die es von ihm erhalt, läuft, es bald schnell,bald langsam, bald steht.-es still, wie es derWink seines Herrn zu fordern scheint. Das. Pferd ist eins von den Geschöpfen, .die sichselbst verleugnen,, u.m bloß Pein Willen einesandern Wesens gehorsam ^zn. seyn und seinemV rlangen - immer zuvor zu kommen , dem es,durch seine geschwinden und abgemeßnesi Bewe-gungen vollkommen Genüge leistet. Es ist gera-de so fühlbar, als man wünschet und leistetnicht mehr, als man verlangt. Indem es ohneAusnahme sich zu all.n,Diensten bereit findenlaßt, strenget es alle Kräfte zum Dienste seinesHerren an, und überschreitet oft so sehr dasMaß derselben, daß es, aus allzu großem Ge-horsam, zuweilen des Todes ist *).

So ist ein Pferd-beschaffen, dessen Natur-gaben sich in ihrem ganzen Lichte zeigen, wenndie Kunst seine natürlichen Eigenschaften zurmöglichsten Vollkommenheit erhöhet, und das vonJugend auf sorgfältig gepflegt/ hernach wohlge-übet und so zum Dienste der Menschen abge-richtet worden. Die Erziehung eines Pferdesfängt mit dem Verlust seiner Freyheit an, undendiget sich mit dem Zwange. Die Sklavereyoder die Hausgenossenschaft dieser Thiere istschon so allgemein, daß wir sie nur höchst selteneinmahl in ihrem natürlichen Zustande beobach-ten können. Bey allen ihren Arbeiten sind siebeständig aufgeschirret. Niemahls, nicht einmahlzur Zeit ihrer Ruhe, sind sie von allen Banden

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*) Schon Hiob erschöpft sich im Lobe dieses edlen Thie-res, Lap. — r;.