Pferd. Zl
und mit so vieler Sorgfalt, daß auf ihrer Hautauch nicht das mindeste von Unreinigkeit übrigbleibt. Sie waschen ihnen fleißig die Schenkel,Mahnen und Schweife; letztere verschneiden steniemahls und kämmen ste auch nur selten aus,um die Haare zu schonen und kcins davon aus-zureissen. Den ganzen Tag über bekommen sienichts zlr fressen, sondern bloß zwei); oder drey-mahl zu saufen. Vcy Sonnenuntergange hän-gen sie ihnen einen Sack an den Kopf, worinungefähr ein halber Scheffel reiner Gerste be-findlich ist. Die Nacht ist also die eigentlicheFutrerungszeit für diese Pferde; daher man ih-nen auch den Sack nicht eher, als des Morgniöfrüh, wenn er ganz ausgeleeret ist, wieder ab,nimmt. Im März, wenn das Gras hochgeschos-sen ist, werden sie auf die Weide gebracht unddie Stuten zu eben der Jahreszeit beleget. Manist sehr aufmerksam darauf, ihnen, sobald sie be-leget sind, gleich kalt Wasser auf das Kreuzzu gießen *). Wenn die Frühlingszeit vorbeyist, höhlt man die'Pferde von der Weide zu-rück und gibt ihnen das ganze Jahr hindurchweder Gras, noch Heu, auch nur höchst seltenStroh, zu fressen. AuS Gerste bestehet eigenelieh ihre ganze Nahrung. Wenn die Fül'rn einJahr oder achtzehn Monate alt sind, ist man .darauf bedacht, ihnen, durch Verichueidung derHaare, zu länger« und dickern Mahnen bchülf-lich zu seyn. Sobald sie zwey oder dritthalb Jah-re haben, werden sie schon zu Reitpferden ge-braucht. Sattel und Zügel werden ihnen nichteher, als in diesem Alter, angeleget. Und so
müssen
') Das thut bey uns etwa. nur noch der Bauer, weil manes für einen unnützen, vielleicht schädlichen Gebrauch er-kennt.