Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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j2 Pferd.

müssen all« arabischen Pferde, von früh bis aufden Abend, gesattelt und gezaumec täglich vordem Eingänge deö ZelteS stehen.

Nachfolgende Bemerkungen über die Pfer-de der arabischen Wüste, welche in den Abhand-lungen über Aegypten aufgezeichnet sind, ent-halten noch verschiedene charakteristische Züge,die man gern lesen wird. Es heißt a. a. 0.

Die arai-ischen Pferde sind von jeher wegenihrer schönen Form und vortrefflichen Eigenschaftenberühmt gewesen. Sie werden m Asien allgemein ge-schätzt , aber es gibt Stämme in der Wüste, die imBesitz der schönsten Raßen sind, z. B. die Araber,welche die Ufer des Euphrats und des Tigris zwi-schen Vassora und Bagdad bewohnen. Die Schcikhswachen sorgfältig darüber, daß diese Raßen in ihrerganzen Reinheit, ohne fremde Vermischung, erhal-ten werden.

Die Pferde werden in zwey Classen eingetheilt,nähmlich in edle und gemeine, wovon die lctzternsich ohne Unterschied vermischen, und die größte An-zahl ausmachen. Wir handeln hier nur von den er-stellt-

Hier finden wir gleich anfangs einen sonderba-ren Gebrauch, der aber ziemlich mit der Erfahrungübereinstimmt, daß nähmlich die Genealogie der ara»bischen Pferde nur von dem Weibchen hergerechuetwird; und daß der Ade! dcs Männchens bloß indi-viduell ist- So sagt z. B. der Araber: diese Stuteist eine Tochter von jener, und sie suchen sorgfältigdaS Ausarten der Raßen zu verhindern.

Wenn die Stuten hitzig sind, so lassen sie die.selben durch Hengste von bekannter Familie belegen,und wenn sie auf die Weide geschickt werden, solassen sie denselben Ringe umlegen. Sobald sie wer-fen , so bezeugen die Oberhäupter die Herkunft desmännlichen oder weiblichen Produkts durch ein förm-liches Attestat, welches von mehrern Zeugen unter-

schrie-

*) Man sehe- Abhandlungen über Aegyvten, welche wäh-rend des Feldzuges des Generals Bo »aparte von demNational-Institute zu Kairo bekannt gemacht wordenfind. Aus dem Französischen. Berlin, noo. s- S. 7, st.