Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
Seite
81
JPEG-Download
 

Pferd. ' 8r

Fehlern markirt ist, es dessen ungeachtet oftnoch so theuer bezahlt/ bloß weil es einen gebo-genen Kopf und einen 'langen gewölbten Halshat und den Schweif güc trägt, kann ich, solange diese Vorzüge doch »wahrlich die letzten sind,nach welchen/ ich will nicht'-sagen ein Kenner,sondern nur jeder vernünftige Mann sieht, nichtbegreifen."

Deutschland hat übrigens in mehreren Ge,genden noch sehr brauchbare Pferde, wenn sieauch nicht sonderlich berühmt sind, z. B- die sogenannten Heldhengste im Hannoverischen, wel-ches ein gedrungener kraftvoller Schlag vonPferden ist, der sich gut zu Strapazen schickt;ferner das Thüringer Provinzialpferd. Diesesist groß. lang, stark von Knochen, hat eine breiteBrust, einen ziemlich gut aufgesetzten Hals ei-nen wohl proportionirten Kopf, der nicht seltengewölbt ish wie der Rammskopf, ein erhabenesKreuz, untersetzte Hanken, etwas vollen Huf^ und behangene Fesseln. Sein Temperament istim allgemeinen genommen, mehr phlegmatisch wiefeurig, ohne jedoch faul zu seyn, übrigens ist eSwillig, und har selten Anlage zu Widerspenstig-keiten. Ferner das Lauslyer Heidepferd. Diesesist klein und kurz, aber nicht schwach von Schen-keln, hat einen zusammengedrückten Hals, und«inen meist etwas zu großen und unproportio-mrten Kopf mit starken Ganaschen, keine zubreite Brust, ein abgeschliffenes Kreuz, mäßiggewölbte Hanken, behangene, aber nervöse Schen-kel, und einen etwas eingezogenen Huf. SeinTemperament ist im Ganzen mehr feurig alsphlegmatisch, und, wenn wir auf den WillenRücksicht nehmen, etwas kapricieuü, woran je-doch seine starken Ganaschen/ Und der Zwang,vec, rechn. Enc. LX, Th. K den