Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd.

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frommen Pohlen einen neuen Sattel und Zaumauflegt, der vielleicht noch das eigenthümlicheKnastern des neuen Leders hat, er unruhig wird,und wo nicht gar durch Bocksprünge sich allerdieser Dinge zu entledigen sucht, doch wenigstensseinen sonst ruhigen Gang durch eine MengeUnarten unterbrochen fortsetzt.

Eben so können es viele Pohlen nicht ver-tragen, daß ihr Reiter Papiere aus der Taschezieht und Briefe liest, vorzüglich wenn der Winddamit spielt *).

Den polnischen Pferden gleichen die unga-rischen sehr, nur sind sie nicht von so starkemund festem Bau, als die ersteren.

Die russischen Pferde sind auch von demSchlage der polnischen, und wahrscheinlich dieStammaltern der letzteren. Sie sind klein mitunförmlichen langen Mahnen; doch dauerhaftund stark. Man muß indeß das veredelte russi-sche Gestütpferd, Fig. 6420 von dem wildeneingebornen, Fig. 6421 unterscheiden. DerWuchs des letzteren ist nicht der schönste, derSchlag ist ein Mittelschlag zwischen groß undklein. Der Kopf ist etwas stark, dir Stirneplatt, das Auge phlegmatisch, der Hals kurzund breit, die Brust ebenfalls breit, daö Krcutzsehr stark und auch breit, die Füße sind stark-knochig, ohne übermäßig dick zu seyn, sind abersehr stark mit Haaren behängt. Der Huf, wel-cher nicht sehr hart ist, ist mehr flach wie erha,ben, Schweif und Mahne sind oft so lang, daßsie bis auf die Knie gehen. Der Charakter die-ser

*) Eine ausführlichere Schilderung des polnischen Pferdesund besonders seiner raunen findet man i.i Herrn vonTenne cker's oben genanntem Werk,, im 5te>i Hefte, S.

— AS, aus Ivelchem ich diese Züge entlehnt habe.