Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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H4 Pferd.

maß ist nicht von der Natur hergenommen,sondern ein bloßes Produkt der Einbildung. Einjeder etwas geübter Beobachter wird sich bey derVergleichung der schönen lebenden Narur mitdem Bourgelatischen Proporlionspferde sogleichhiervon überzeugen, indem ihn der zu langeKopf, der zu kurze, auf eine gezwungene undgewaltsame Weise aufwärts gebogene Hals, derzu hohe und mit zu starkem Fall an dem Rük-ken sich schließende Widerrist u. s. w. nicht wei-ter in Zweifel lassen wird.

Doch wenn sich auch zur Bezeichnung derSchönheit und Brauchbarkeit eines Pferdes ge»wisse Verhältnisse der Gliedmaßen gegen einan-der angeben ließen, so würden diese doch nureinem Zeichnenden zu Statten kommen; einemPferdeliebhaber aber wegen der großen und un-vermeidlichen Schwierigkeiten, die mit den ge-nauen Ausmessungen der Theile den einem leben-den Pferde verbunden sind, von keinem sonder-lichen Nutzen seyn. Dieser kann sich auch umso leichter hierüber beruhigen, da in der Thatkleine Abweichungen in dem Verhältnisse desGliederbaues, bey übrigens guten Eigenschaftendes Pferdes, die Brauchbarkeit und den Werthdesselben nicht abändern.

Zur Festsetzung der Begriffe von Schön-heit läßt sich überhaupt nichts allgemein paßli«ches als Regel angeben, indem es hierbey aufdie Empfindung eines jeden Urtheilenden an-kommt, diese aber nach der individuellen Körper-einrichtung, Stimmung u. s. w. verschieden ist.Nur alsdann wird man, dem Urtheil aller Ken«ner zufolge, die Schönheit eines Pferdes zuge-stehen können, wenn es kein auffallendes Miß-derhältniß in seinem Gliederbaue hat, und die

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