Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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Pferd.

zc>) Der Gaumen zeigt eine Menge vonFurchen, die in die Queere gehen, und bey derOperation des Aernstcchens mittelst der Spitzeeines Hirschgeweihes geöffnet werden. Die Mei-nung der Schmiede, daß der dritte Kern, oderdie dritte Furche, nur müsse geöffnet werden,beruht auf keinem Grunde. Es ist völlig gleich-gültig, welche Furche geöffnet wird; nur macheman die Operation mit keiner Flirte, wie esbisweilen geschieht, und wähle dazu die Mittedes Gaumens, indem an beyden Seiten Arterienherlaufen, die leicht mit der Fliete getroffen wer-den können, deren Oeffnung aber gefährlich wer,den und tödtliche Verblutung veranlassen kann.

Das Kernstechen kann füglich ganz unter-bleiben, indem von dieser Operation kein Nutzenzu erwarten ist. Der gemeine Mann nimmtgewöhnlich gleich seine Zuflucht, zu demselben,sobald ein Pferd nicht recht fressen will, oderplötzlich krank wird. Auch wird das Kernstechenhäufig wider das Hervordringen des Gaumensüber die Schneidezahne verrichtet, indem dießvon den meisten Leuten für ein Uebel angese-hen wird, das den Pferden am Fressen hinder-lich, und unter dem Nahmen Frosch bekannt rst.Da das Gaumenfleisch immer bey jungen Pfer-den mehr oder weniger über die Schneidezähnehervorragt, ohne daß sie die mindeste Unbequem-lichkeit oder Schmerz davon zu empfinden äu-ßern: so ist auch das dagegen empfohlene Zu-rückbrennen mit einem glühenden Eisen als un-nütz anzusehen.

Die gefurchte Gestalt des Gaumens hatden Nutzen, daß sie beym Abbeißen und Fressen-as Herausfallen des Futters verhindert.