284
Pferd.
Ein sehr merkwürdiges Beyspiel von Ion-gen Mähnen- und Schweifhaarei, stellt Fig.6429 vor, wo der berühmte isabellfarbene HengstAugust des Zweyten, Königs von Pohlen,Abgebildet ist, weichen man noch ausgestopft aufder Rüstkammer in Dresden sehen kann. D'eMahne war 9 Schuh lang, der Haarzopf 5-^uno der Schweif 25 Schuh. Dieses -Pferdwurde in Sachsen gezogen und zuerst in derOstecmefse 1726 in Leipzig auf der Liesse-alseine große Seltenheit für Geld gezeigt, wo esmehr als tausend Menschen sahen und bewun-derten. Hernach kaufte es der König, und rittes nur bey feycrlichen Gelegenheiten, wo denndie Stirnhaare und Mahnen von den Pagenund die Schweifhaare von den Stallbedlenrengetragen wurden.
Unter den polnischen Pferden pflegt manübrigens bisweilen Beyspiele von längeren Schweif-und Mahnenhaareu zu habet,, so wie auch un-ter den persischen.
Die Haare der Haut erreichen eine gewisseLänge, und werden in der Regel zweymahl imJahre, nähmlich im Frühjahr und Herbst, ge-wechselt. Bey kränklichen Pferden geschieht dasHaaren nur unvollkommen oder anst) wohl garnicht. Der Hauptwechsel der Haare geht imFrühjahr vor sich. Die Pferde sind in der Zeit,da die Natur sich mit dem Abhaaren beschäf-tigt, etwas matt und schwitzen leicht.
Im Herbst werden, in Vergleich gegen dasFrühjahr, nur wenig Haare gewechselt. Ver-muthlich werden im Herbst'nur die kurzen Haareabgeworfen, die bey dem Abhaaren im Frühjahresitzen geblieben sind. -