Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
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und welches Temperament es habe; es beziehtsich dieses aber bloß auf gesunde Pferde, undhat man bey denselben in diesem Betracht Haupt;sachlich auf die Stellungen und Züge der Amgen und Ohren zu sehen. Kommt z. B- einReuter gerade auf den andern zugeritten, sosieht man, daß die ganze Physiognomie diesesPferdes vorwärts auf seinen Gegenstand gerich-tet, und so wie das eine Auge und Ohr, ver-hältmßmäßig auch das andere gcstellet ist; auchin dem Fall, wenn ein Pferd nach einem an-dern schlagen oder beißen will: was sieht manda nicht für eine äußerst falsche und boshafteGesichtsbiidung, wie spih liegen da die Ohrennach hinten zu an einander ? Hingegen aus derPhysiognomie eines kollerischen Pferdes leuchtenlauter unkluge und verwirrte Handlungen her-vor; es kann ein solches Pferd mit der einenSeite seines Kopfs eine vorwärts gerichtete,und mit der andern eine äußerst falschesichtöbildung zu erkennen geben; ein Auge undOhr steht zu Zeiten in einer natürlichen Rieh*tung, und hingegen das andere Auge steht ganzverkehrt, so wie bey einem Menschen, der imhöchsten Grad schielet. —

Wer in diesen Fällen ein geübtes Augehat, kommt nicht allein allen andern zuvor, somdern ist auch vermögend, den Anfang dieicr ge-fährlichen Krankheit zum voraus schon zu be-stimmen.

Ein Pferd, das den Schwindel hat, stehtdie mehrste Zeit im Stall ganz ruhig, sobaldman es aber herum drehen will, bezeigt es sichmit dem Kopf so schwindlich und schwankend,als ob es gleich umfallen wollte; mit dem HsiUtektheil bezeigt es ebenfalls eine große Steche