Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
Seite
352
JPEG-Download
 

Pferd.

" Ein wildes Gestüt.

Betrachten wir diese Thiere, wenn sie ingesellschaftlichen Heerden in der Freyheit umherirren, wenn sie sich selbst überlassen gleichsameine eigene Kolonie bilden, die zum Verwildernangelest zu seyn scheinet: so finden wir, daß sichihre Lebcnsordnung, ihr Instinkt, ihre Neigung,ihre Lebensweise gar sehr von den Pferden un-terscheidet, die in unserer Sklaverey leben, wirfinden, daß sich -ihr Geschmack, ihr Hang zudieser oder jener Nahrung mit den Jahreszei-ten, mit dem Klima, mit dem Alter, mit derStimmung, mit der Cvnstilution ihrer Leiberabändert.

' Schade, daß wir darüber nicht mehrere-Bemerkungen haben, schade, daß alles was wirvon dem Instinkt dieser Thiere wissen, die, ingesellschaftlichen Heerden der 'Freyheit über-lassen, nur ihrer Willkühr und der Natur ge-horchen, Bruchstücke sind; daß wir weder dieEinwirkung der Witterung, noch der Jahres-zeit, noch des Klimas in die Leiber der Pferdeverstehen.

Eben so wenig kennen wir die Verände-rung, die Stimmung, die die verschiedenen Nah*rungsmittel in dem Blure, in den Säften,dem Wesen drk thierischen Theile hervorbringt.Wir kennen die Krauter, die Pflanzen, dieWurzeln, die Rinden, das Land der Baumenicht, das die Pferde bey dieser'oder jener Krank-heit, bey diesem oder jenem Gebrechen stichelt,lieben, zu welchem sie Hang, VerwandtschaftStimmung haben, die ihnen gedeihlich sind,

Ihnen Arzeneyen werden.

Wie