Pferd. H2L
Im Sommer müssen die Knechte es sichgefallen lassen, die Feldarbeit mit abzuwarten,weil das Gestüt auf der Weide ist, und sie da-her nicht viel zu thun haben. Zn der Erndkesind sie vorzüglich nöthig.
Die Ordnung der Fütterung muß in einemGestüte genau befolgt werden, welche der Ge-stünneister den Knechten vorschreibt. Er schreibtihnen jeve Stunde vor, in welcher sie den Thie-ren das Futter, Heu und Saufen reichen sol-len, und darin dürfen die Knechte nichts ver-säumen. Man erhalt die Pferde durch solcheOrdnung bey Appetit und besserem Gedeihen,als wenn es ihnen bald früh, hald spat gereichtwird, und man hat noch den Vortheil, daß mandie Knechte in den Zwischenzeiten zu andern Ge-schäften brauchen kann, welches sonst nicht thunlichist, indem sie sich bald mit dieser, bald mit jenerFütterung entschuldigen. Zu dieser Ordnung ge-hört auch noch, daß die Knechte die Pferde zuder bestimmten Stunde aus den Stallen lassen,um sich zu bewegen, und sie auch wieder in dieStalle treiben.
Man kennt die Ordnungsliebe oder dieNachlässigkeit eines Knechtes schon an seinemAnzüge. Ein Kerl, welcher auf seinen Leib nichtshält, und sich nicht rein und ordentlich zeiget,taugt ganz gewiß nicht viel; denn er wird sichnoch weniger um die Reinlichkeit der Pferde beküm-mern, wenn er bey der seinigen gleichgültig ist.
Balance eines zahmen Gestütes.
Die Frage: ob ein zahmes Gestüt einträg-^ch sey? (von wilden und halbwilden versteht es!tch von selbst, wenn man nähmlich solche Län-dereyen hat, die man nicht besser benutzen kann),
Kk 5 kann