Pferd. 677
der zu mäßiger Arbeit mit anhalten lassen, dochso, daß es sich nicht erhitze. Die ersten 4 oder5 Tage muß dasselbe jedoch täglich ungefähr rbis 2 Stunden herumgeführt werden.
Die zweyte Art der Entmannung, durchdas Feuer, wird folgender Gestalt verrichtet.So bald das Pferd niedergeworfen worden, soMüssen folgende Stücke schon bereit seyn, als:
1) eine Kohlenpfanne mit glühenden Koh-len, worin zwey große Messer von Kupfer glü-hend gemacht werden.
2) Eine sogenannte Kluppe, oder auchFetzzange genannt, welche von Eisen ist, unddiel Ähnlichkeit von einer Bremse hat, aberviel leichter und kleiner seyn muß, als die ge-wöhnlichen Bremsen sind, und welche ungefährZ Zoll lang seyn kann, und da, wo sie zusam-men geht, genau paffen muß, aber nicht scharf,sondern nur rauh gefeilt seyn darf; diese ist anden, einen Ende mit einem Riemen versehen,damit sie fest zusammen gebunden werden kann.
Wenn nun der Hodcnsack aufgeschnitten,«nd alles, wie oben bey der ersten Operationgesagt, beobachtet worden, (nur fallen hier dieKluppen weg), so nimmt der Operateur die ei-serne Fetzzange und kneipt damit die Samen«Sefaße zwischen der Höbe und Ueberhode zu-sammen, bindet alsdann dieselben mit den daranbefindlichen Riemen fest, nimmt nun eins vonden glühenden Messern, und brennt damit dieHöbe über der Bremse hinweg. AlSdann mußer folgendes in Bereitschaft haben:
1) Ein Stückchen Wachs.
2) Einige Loth fein gestoßenen Zucker.
z) Ein Geschirr mit halb Essig und Was-ser, worunter auch etwas Salz gethan worden.
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