Band 
Hundert und zehnter Theil, welcher den Artikel Pferd enthält.
Seite
784
JPEG-Download
 

784 Pf«d.

Er that nichts daran, als den Fuß täglich zMahl mit warmen Wein zu bähen, und be-streute jedesmahl denselben mit weißem Zucker,legte auch noch eine mit gutem Zucker bestreuteBarsche darüber, und band den Fuß sorgfältigein. Nach Verlauf von einem Monathe oderfünf Wochen ward das Pferd zur Verwunde-rung aller Kunstverständigen wieder hergestellt."Von dieser Zeit an, sagt Herr Stuckere, bedie-ne ich auch des Zuckers in allen ähnlichen Fäl-len. und befinde mich recht sehr gut bey dessenGebrauch.

Zu Tournay hat jemand, nach vielen ver-geblich angewandten Mitteln wider das Herz-schlechtigwerden seiner Pferde, selbige hauptsäch-lich mit Mohrrüben (Carotten) zu füttern an-gefangen, und ist so glücklich gewesen, in weni-gen Wochen die Pferde gänzlich hergestellt zusehen. Man gibt ihnen diese Mohrrüben ganznüchtern, nachdem sie zuvor abgewaschen wordensind, damit weder Erde noch Sand daran hängt.Eine halbe oder ganze Stunde nachher führtman sie einige Zeit in freyer Luft herum, undgibt ihnen bey der Zurückkunft noch einmahlvon diesen Wurzeln, laßt sie alsdann ein wenigruhen, und setzt sie dann wieder in Bewegung-Fleißige, nicht zu heftige Bewegung in frischerLuft mag auch viel zur Genesung der Pferdebeygetragen haben.

Die Habessinier haben eine große Fertigetim Reiten. Sie füttern ihre Pferde fast durch-gehends mit Gerste, unerachtec der Hafer wildin ihrem fruchtbaren Lande wächst. ..

König Heinrich der Vierte von Frankreichhatte die Gewohnheit, sehr oft in seine Pferde-stalle zu gehen, ja er schlief sogar öfters bey tue-