D i e Urzeit.
X?or wie vielen Jahrhunderten oder Jahrtausenden,jene weithinschaucnden Riesen der österreichisch-stey-rischen Alpen, ihre jetzt kahlen oder mit ewigem Schneeund Eis wider die Sonne gepanzerten Häupter, zuerstüber die allgemeine Fluth emporgehoben, wer vermages zu ahnen? — Wie lange dann noch, immer nie»driger, die Gewässer forttobten auf der komagenischenBergkette? wie lange noch der große Landsee, dieStätte in Nacht und Schweigen eingehüllt habe, wojetzt der Rebe Grün und der Saaten Gold Uns er-freuen , wo aus Nebelduft, die völkerwimmelndeKaiserstadt emporsteigt, alt an Geschicken, wie anJahren und doch wie von gestern, gegen die grauenTage der Urwelt?! wann endlich jene Fluthen, denDurchbruch und Absturz genommen, ins große Bettder Wasser, wann die majestätische Donau, (der Ister) ,über mächtige Klippen, sich in Strudel und W i r-bel durchgearbeitet, ihre Katarakten gebildet?wann die länderscheidende Enns, sich ein Rinnsaalgewühlt? das sah kein menschliches Auge, kein Mundkonnte es überliefern und keine Schrift es verzeichnen.— Die Natur allein hat geschrieben, ihr Alphabet istkurz und gewaltig: weltalte Berge und kaum er?