82 D i e Fabeln vom alten Wien.
Pannonie», in welchem Metulum gefallen, soll Octavia»auch die mittlere Donau erreicht, Wien genommenund das angebliche Augusta Praeclara (Pechlarn)erbauet haben!! Wahrlich, es ermüdet höchlich, ausdem bloßen Schalle der Ortsnahmen, sogleich Colo-nien, Municipien und erträumte Geschichten dersel-ben, gleich Pilzen des Waldes hervortreiben zusehen,die gar keine Widerlegung verdienen und bey ihrergänzlichen Halcungslosigkeit, oft gar keine zulassen.— Octavian hat die Donau bey den Azaleen undVindonen, er hat Carnuntum , sowenig als Cäsar ge-sehen. — Der Vindonen zerstreute Wald - und Fi-scherhütten wurden wahrscheinlich erst unter Tiber, wäh-rend der Rüstungen wider Marbod und der großen pan-nonischen Empörung, ein bcdeutenderLagerplatz, Brü-ckenkopf, Beobachtungsposten, aber darum noch keinebedeutende Colonie oder Stadt — und kann Vindobonaseinen Ursprung nicht zu dem großen und milden Cäsarhinausheben, so gibt es hiefür kaum einen würdigernTrost, als daß es mit höchster WahrscheinlichkeitMarc-Aurel als seinen Begründer verehren darf,daß es bey seinem Tode zum ersten Mahle genannt,ins Weltleben eintrat, daß dieser edle Fürst dort sorgteund stritt, schrieb und starb!
Vindobona ist nicht des Strabo krainerischesV e n d u m und des Ptolomäus I u I i o b o n a und V i-l i o b o n a , scheinen Beyde vielleicht nur aus einemSchreibfehler einiger Codices dieses alten Erdkundigenzu beruhen , welcher also spricht: „Die Städte aber un-ter der Donau sind: Vindobona (in andern Crem-