Die Römerzeit rc. i5
viel Blut verlieren können, ohne deßhalb Wandenund Tod gar zu hoch aufzunehmen und gerade dienöthige Zucht im Lager halten und doch gerne vor-nenan seyen, in Rath und That! Vom Lande also,vom Acker weg, sey Mark und Kern des Heeresherzunehmen. Der wenig Gutes im Leben verkostethabe, könne auch nicht so große Scheu tragen vor sei-nem Ende!"
Wem könnte es somit noch einfallen, sich imErnst mir der Frage zu beschäftigen: ob die fremdenWelteroberer, das unterjochte Land, in der alten cel-togallischen Weise beherrscht, ob sie in den Fußstapfendes gefabelten „Königreiches N o r i k u m" fort-regiert, oder aber auch hier, wie überall, ihr eiser-nes Gleichmachungs - und Aneignungssystem beharr-lich durchgeführt haben? — Sanft mag insonderheitdas, den wilden Pannoniern, den Norikern, denkriegslustigen Rhatiern auferlegte Joch nicht gewesenseyn; denn es wurden den Batavern, bey ihrem lö-wenkühnen Streben, dies Joch zu zertrümmern, dieschweren Tribute und die ganze Lage jene r Völkervorgehalten, gegen die sie sich noch glücklich preisenmüßten und gar keine Ursache der Empörung hatten !! 9)— Auch Strabo sagt, daß die einst so rauhen Rha-tier und Binden am Lech oder Vindeliker, schon überdrey Jahrzehende, völlig ruhig ihre Tribute be-zahlen ! — Dieser Tribut aber bestand theils in Gel-de, das die fremden Quastoren zusammenscharrten;was um so schwerer fiel, als derMetallreichthnm No-rikums, sogleich für das römische Ärar in Beschlag ge-