Band 
Erster Band.
Seite
19
JPEG-Download
 

Die Röm e r z e i trc. 19

dem zeitweise» Zustande der Provinzen, nach demallgemeinen Staatsbedürfniß, auch wohl nach der Pri-vatanstcht der Cäsaren, nach der, vom inwendigenVerderben, oder von der verabscheuungswürdigen Ty-ranney der Soldaten, oder von außen, durch die Bar-baren drohenden Gefahr.

Die N 0 rd g r a n z e, das Nordreich, war denRömern unser N 0 r i k u m. Die schöne, breite, oft-mahls reißende Donau, hieß: „die Stirne des gro-ßen Germaniens" und wie Wir oftmahls zu sagenpflegen: dieser oder jener Festung, diesem oder jenemSperrpunct, eine Brille aufsetzen; so nannten dieAlten, die lange Kette befestigter Plätze von dkrvin-delizischen Augusta , bis hinunter an den Zusammen-fluß der Sau und Donau, bey dem heutigen Bel-grad , Taurunum , „die A u g e n b r a u n e n desIster" (supercilia Isfri). — Es that auch wirklichnoth dieser drohenden Angenbraunen des kapitolinischenJupiter (cuncta supercilio moventis) , da dieBarbaren schon so oft, auf ihren leichten Pferden,ohne Brücken über breite Ströme, ohne Magazine,tief ins Römcrland gedrungen und zumahl im star-ren Winter, über die Cisgewölbe des Rheines undder Donau, in zahllosen, lcichrbeweglichen Schaaren,Raub und Mord in die Provinzen getragen hatten. —Daher mußte für die Ufer dieser Ströme, durch dieKunst noch kräftiger, noch erschöpfender gesorgt wer-den , als die N a r u r es gethan. — Fünfzig Ca-stelle und acht Legionen hatte Drusus an den Rheingelegt. >>) Die Donau durfte dem R h e i n e nicht

2 *