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Faviana. Favi a.
Allein es genüget nicht, ausgemacht zu haben,Vindobona sey Wien. — Auf demselben Bo-den , wachst Uns eine zweyte Römerstadt, Fabiana,Favia, F avi a n i s hervor, da Vindobona in derSlurmnacht der Völkerwanderung für immer untest-taucht. — So heißt sie in der Legende des dem Um-stürze des römischen Wcstreichs gleichzeitigen ApostelsÖsterreichs, des h. S e v e r i n. H i e r legte dieser denKeim des österreichischen Klosterwesens, vielfach frucht-bringend für Landbau und Wissen, oftmahls der ein-zige Lichtblitz in dem Dunkel allgemeiner Verwilde-rung und Ausübung. In Faviana, der rügischen Kö-nigsburg , mitten im Graul der Zerstörung, woBrand und Raub eine Lust waren und Gewalt daseinzige Recht, geboth Severin Ehrfurcht und Milde.Ohnserne Favianis, in seiner Zelle zu Heiligcn-stadt, hörte der Heldenjüngling Odoaker, aus desHeiligen Mund, die Weissagung seiner kommendenGröße! Faviana heißt diese classische Statte ineinemPassauer Schenkbriese Carls des Großen,der durch siegreiche Waffen, durch christlichen Glaubenund Sitte, den theuern Ort wieder hervortreten macht,den beym allmahligen rettungslosen Sinken der altenGötter - und Waffenwelt, der edle M a r c - A u r e lgegründet! — Aber das römische Fabiana wird indas Wien des Mittelalters durch die bestimmtestenurkundlichen Worte seiner eignen Herrscher, auf eineWeise angeknüpft, wie sie höchst selten den Ursprungirgend einer Stadt bezeichnet, adelt und über segli-chen Zweifel erhebt.
Geschichte Wien- i.Bd. 2. Heft.
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