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Erster Band.
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64 Marbod und sein Reich

schien er besonders gefährlich. In seinem Rücken, zuseiner Rechten, war ihm das ganze große G erma-tt ien, ein mächtiger Hinterhalt. Dem immer nochungebändigten P a n n o n i e n, both er die Linke unddie stolze Stirne, der Römergränze an der Donau,dem Norikum gerade gegenüber! — So war erdenn allerwärts zu fürchten, da er Alles und vonallen Seiten angreifen konnte und da nur die schmahleStrecke von den südlichen Alpen bis an die Donau,zwischen diesem Marbod und zwischen Italien war."— So war der Mann und so war das Reich,die Augttstus nun mit Macht überziehen wollte. Er,innerhalb der Reichsgränze jeglichen WiderstandesMeister, wollte auch a» den Gränzen keinen mehrdulden! — Tiber wurde gegen ihn gesendet, dernachher vor dem Senat in feuriger Rede bewies, eSsey nicht Philipp den Athenern-, nicht Pyrrhus undAntiochus den Römern furchtbarer gewesen! Von sol-cher Größe sey dieser Marbod, von solcher Wildheitseine Völker und Italien so nahe die Gefahr!

Und — welcher Ruhm für das deutsche Volkund zugleich welcherSchmerz!? Neben diesem Mar-bod besaß es noch einen Helden , jünger an Jahren, 31 )an Geist und Muth ihm gleich, aber von erhabene-rer Seele. D u r ch i h n blieb von allen Ländern, aufderen Besitz Rom ausging, Germanien allein, u n-e r ob e rt. Er hat den schwer gereihten Ungestüin wil-der Völkerschaften, mit unglaublicher List und Ge-schmeidigkeit, zum weisesten Anschlage gelenkt; er zu-erst den unersättlichen Römerstolz im deutsche» Wal-