Band 
Erster Band.
Seite
109
JPEG-Download
 

Auguste und Cäfarn. 109

treibungen. Die K ü »ste wurden immer mehr, wi-derwillige und lahme Werkzeuge knechtischer Vergöt-terung oder verächtlicher Lüste.

Selbst die Rechtsgelchrsamkeit gab nur inSpitzfindigkeiten und Widersprüchen , Zeichen des Da-seyns. In der, von allen Verfinsterern, inmitten dergrößten Drangsale desMenschengeschlechtes doch noch ge-duldeten , ja geforderten Heilkunde, hatte aller Aber-glaube des Orients und Ägyptens festen Sitz genommen.Die meisten Denkmahle aus )enen Tagen lassen nur dar-über im Zweifel, was beklagenswerther aus ihnenspreche, der so schnelle, so sichtbare Verfall des wahr-haft Schonen und Großen oder, die verblendete Ei-telkeit zu deren Dienst sie bestimmt war? Selbst derSitz der Auguste wich von Rom nach Nic 0 me-dien und nach Mayland. — Der S itz der Re-gierung und ihre ganze Wesenheit waren zu in-nig in einander verschlungen, als daß es möglich ge-wesen wäre, den einen zu verlegen, ohne die anderezu zerstören. — Diocletians neues System aber gingeben auf Vernichtung jener alten Wesenheit und aufGründung einer neuen. — Zu oft, zu lebhafthatte der Senat , seit Commodus und noch mehr seitGallien, Hoffnungen seiner alten Würde und inWort und That, eine zwar nur flüchtige Größe er-blicken lassen. — Das Alles sollte, als ein unheil-bares, nutzloses Überbleibsel einer alten und langstveralteten Zeit verschwinden. — Diocletian nanntesich Herr, setzte der Erste, das den Römern ver-haßte Diadem auf sein Haupt, führte die persische