Band 
Erster Band.
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Thüringer, Alemannen, H e rnler. 65

Gränzstromes, der p o l i t i sich e Schmeichelwahn, eskönne wieder ein schirmender und erhaltender Genenduskomme», es könne doch noch eine günstigere Stundeschlage», für die man die Hände offen behalten muffe,hatten noch immer in den Donaucastellen , ei» Gerippeder alten Gränzvertheidigung , ein Gerippe der altenDvnaumark erhalten, das dieBarbaren, lange geschreckthatte, auf dessen Gliedmaffen sie aber nun furchtlosumherfliegen, wie auf Leitersprossen zu ihrem Ziele!Die wenigen, noch übrigen Veteranen jener so langeunwiderstehlichen Legionen, nährten sich kümmerlich,mit eigener Hand, den Garten und das Feld dicht anden Stadtmauern bauend, von welchen herab, siedem Ruin wohl zuschauen konnten, aber nimmermehrwehren. Die Barbaren, in den Belagerungskünstenunwissend, eben so ungeduldig in Städten zu wohnen,als vor Städten zu liegen, schwärmten vorüber an fcie*sen Festen, ringsum die Saaten verwüstend, oderErnte, Schnitter und Heerden mit sich fortführend.

Passau, Lorch, Wien, wurden die letztenverlassen. Als endlich kein Befehl und kein Sold mehraus Italien und ivcder Verstärkung noch Mundvor-rath aus beyden Rhätien kam, lösten sich auch die letz-ten Überreste der römischen Gränzmiliz und gingen nachHause. Es mahnte sie S. Severin, auszuharren unddem Verderben nicht selber in den offnen Rachen zurennen; umsonst. — Der Heilige hieß die Seinigenhinausgehen an den Jnnfluß, sie würden ihn gerö-thet finden vom Blute der Unglückseligen! Er sprach's,es geschah.