io4 Albrecht» Nachfolge
gen, — Sigmund im Vorgefühl des nahen Endes,berief Albrechtcn und Elisabeth zu sich nach Prag.Barbara trachtete mit Hülfe Ulrichs von Cilly ihresBruderssohns die eigene Tochter gänzlich auszuschlie-ßen und selbst den Thron zu besteigen. Obgleich be-reits chöjahrig hatte sie ihre Wahl auf den igjahrigenschonen Pohlenkönig Wladislaw geworfen. Da sie selbstkeine Erben zu-hoffen hatte, wollte sie die KronenUngarns' und Böhmens dem Hause Cilly las-sen !! Zu Prag war ihr Anhang groß ; sie, erst kürz-lich dort gekrönt, stellte sich als heimliche, aber destoeifrigere Utraguistinn und die Vereinigung jener beydenReiche mit Pohlen schien in Vieler Augen der bedroh-ten Christenheit mächtigste Vormauer. — Sigmund -ließ sich nun von den Arzte» eine Luftveränderungvorschreiben und sich nach Znaim tragen. Dorr ließ erBarbara gefangen setzen, empfahl die geliebten Kin-der Albrecht und Elisabeth unter heißen Thränen den ,ihn begleitenden Großen, unterschrieb das Testament,verfaßt durch den Reichsvicekanzler Kaspar Schlick,seinen treuen Gefahrren in allen Reisen und Fcldzügen,der Seele seiner Unterhandlungen, der zu Constanzheftig eifernd gegen den Treubruch an Huß große Popu-larität behalten, Sigmunden öfters bloß von seinemZoachimsthaler Bergsegen erhielt und dem der Ster-bende rührend bezeugte: „der ist Ursach gewesen, daßwir hin und her durchkommen, auch die kaiserlicheKrön erhalten, zu der wir vormahls nicht koinmenmochten!"—Erschütternder konnte Elisabeth der Ver-gänglichkeit alles Indischen nicht gemahnt werden, als