Band 
Dritter Band.
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i88 Unterhandlung uber Fried richs

Auf einmahl verbreitete sich durch alle Gaffen ein un-geheurer Lärm:der Kaiser sey mit einem großenHeer von Lachseuburg bis zum St. Marter Siechen-hause vorgerückt." Allenthalben schlug man an dieGlocken, Alles lief zu den Waffen, aus die Walle,an die Graben und Thore. Nach langem und stür-mischen Rathschlag gefiel es endlich dem Hölzer auszu-sprechen :heute könne der Kaiser nicht mehr seinen Ein-zug halten. Es sey seine Schuld, daß er so spat kom-me , daß man weder die gehörigen Anstalten treffen,noch das Volk vorbereiten könne." Am folgenden Tagging eine Entschuldigungsgesandtschaft in FriedrichsGezelt nach St. Marx. Der Hölzer aber verstärkte allePosten, führte Geschütz auf die Walle und ließ sogar400 Reiter Herzog Albrechts zum Schottenthor her-ein. Der Kaiser empfing die Abgeordneten überausgütig, reichte ihnen die Hand und scherzte mit demHanns Kirchheimer und andern:es sey schlecht vonihnen, daß sie ihren Herrn von der langentbehrtenUmarmung der Gattinn und des Sohnes ausgesperrtund genöthiget hätten, unter freyem Himmel, imStaub der Heerstraße zu übernachten, mährend seineFeinde bey ihnen in der Stadt hausten, indeß habeNiemand etwas von ihm zu fürchten, seine Begleiterseyen der Frieden und die Gnade."

Nicht der Pöbel, nicht der Adel wollte zu diesenZusicherungen ein rechtes Herz fassen. Viele besorg-ten , wenn Friedrich nur einmahl in der Stadt undin der Burg sey, werde das Blutbad erst angehen.Das Volk strömte selber in hellen Haufen hinaus, die