Einlaß in seine Skgdt und Burg. 189
Wahrheit aus Friedrichs eigenem Munde zu hören.Er ritt in die Menge , ohne Waffen, von seinen Rä-then umgeben. Wie er herankam, fiel das Volk aufdieKniee. Der Kaiser lobte die treue Ergebenheit derBürger Wiens, nahm Gott zum Zeugen, daß er we-gen der letzten Vorfalle keinen Unwillen gegen sie hegeund nur wünsche, daß auch die Stände, seine friedli-chen und zutraulichen Gesinnungen theilen. — Höl-zer dankte dem Kaiser mit Anstand und Unterwürfig-keit, bath ihn nur noch einen Tag zu verweilen undvor dem Einzug sein Kriegsvolk zu entlassen, wasauch von Seite der Stadt gewissenhaft geschehen wür-de. — Friedrich erklärte sich damit zufrieden und kehr-te wieder ins Lager. ^
Die Wiener erwiederten des Kaisers Rede mirlautem Jubel und dieser erscholl auch allenthalben inder Stadt, der Adel aber zeigte noch immer hartnäcki-ges Mißtrauen. Mit vieler Mühe sehten die Prälateneine neue Abordnung an den Kaiser durch, das Volkströmte wieder mit ihnen hinaus und legte seine guteGesinnung neuerdings an den Tag, zumahl, alses der Kaiser zum Schiedsrichter zwischen ihm und demAdel aufforderte. Am dritten Tag öffneten sich endlichdie Thore der Stadt und der Burg. — Als Hinder-bach Eleonoren den ganzen Hergang schilderte, nahmsie in Thränen den kleinen Mar in ihre Arme undspracht „Portugals Königsblut neigt sich zwar gnädigden Demüthigen, den Überwundenen, aber den Stol-zen und Hartnäckigen schmeichelt es nicht. So ziemtes Königen und vorzüglich einem römischen Kaiser ge-