Des Hölzer Renke u. b l u t. A n s g a » g. 2o3
schlechter Thäte» schlechter Lohn. Doch bleibt der Her-gang empörend und dieser Albrecht ein fremder Tro-pfen im Habsburgischen Blute.
So wie Maximilian, diese letzte Blume des Rit-terthumes, jederzeit das Darret zog und tief sich neigte,beym Nahmen Rudolphs des großen Ahns, wie überFriedrichs des Schonen Gedächtnis?, jederzeit Tbrancnsei» mildes Auge füllccn, durfte man in seiner Gegen-wart niemahls seinen Oheim Albrecht nennen, alshatte er niemahls gelebt.
Es war fast noch schändlicher, daß man dieübrigen gefangenen Bürger ins geineine Gefängnißwarf und durch allerley Pein ihr Hab und Gut her-aus zu pressen gedachte, sie endlich um 24,000 Gul-den schätzte und entließ, sie inic Weib und Kindnach Vöcklabruck verbannend, bey Strafe Leibs undLebens. Als aber Albrecht ihr Geld hatte, hob erdenSpruch auf. Sie mußten sich schriftlich als Mitfchul-dige des Hölzer bekennen, denen der Herzog nur ausübergroßer Gnade das Leben geschenkt habe. Dannmochten sie ihr Unglück und ihre Armuth im Landezur Schau tragen, >vo und wie sie wollten.
Der Krieg und das Elend dauerten fort. DieKaiserlichen zogen um Wien eine Kette von Schlossern,Brückenköpfen und Uferschanzen. Fischamend, Leopolds-dorf, Kahlsberg, Mitterndorf, Münchendorf, warendie Mittelpuncte des gegen die Wiener unabläßig ge-führten kleinen Krieges. Die Kaiserin» Eleonore und dieMarkgrasinn Kacharine von Daaden, Friedrichs undAlbrechts Schwester vermittelten wieder eine Anna-