22 Friedrich zum z w e y t e n M a h l i n Rom.
Wahrheit gesagt — und diese zu ertragen, irauchtes immer einen Mann von größerer Seele/ all Frie-drich war.
Baumkirchers blutiger Ausgang fiel in die Tagenach Friedrichs Rückkehr aus Italien; denn wiewohlseine Lande von einem Ende zum andern in der wil-desten Zerrüttung wäre»/ hatte er doch nichts ange-legneres/ als eine Wallfahrt nach Rom zur Losungdes Gelübdes/ das er um seine Rettung aus der be-drängten Wiener Burg gethan. Er langte in der hei-ligen Nacht an, warf sich drey Mahl vor dein heiligenPater nieder/ küßte ihm die Füße, sang, als Diakondas Evangelium, worin des Kaisers Augustus Mel-dung geschieht und hielt dem heimreitenden Papstedie Steigbügel. Als öffentliche Angelegenheitenbetrieb er: die Heiligsprechung des österreichischenMarkgrafen Leopold und die Errichtung der Bisthü-mer Wien und Neustadt, dann die Bestätigung desvon ihm wider die Türken gestifteten G e o rg e n or-dens, der auch in Wien bey St. Nikola in derSingerstraße am Eck gegen den grünen Anger, einOrdenshaus und im Lande mehrere Commenden hatte,aber im beynahe hundertjährigen Bestände, staks arman Helden, wie sie der Templer rothes Kreuz, wiedie deutschen Herrn in Preußen, wie die Rit-ter des Spitals auf Rhodus und Maltha, inreicher Saat besessen, an der eignen thatenlosen Uji»bedeutenheit fortsiechend erlosch und seine Güter meistden Jesuiten ließ. Am 22. April isiyi vereinigte dieeigentliche Dotationsurkunde des St. Georgenordeins